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Chronik der Ortsteile

Chronik der Marktgemeinde Pyrbaum

Jungsteinzeit

In der Jungsteinzeit durchstreifen Jäger und Sammler unseren Heimatraum (Faustkeilfund bei Rengersricht).

Antike

In der Antike siedelt ein keltischer Stamm in Pruppach (Überreste einer Keltenschanze auf dem Burgstall). 

1130

Gründung einer klösterlichen Einrichtung durch den Reichsministerialen Gottfried von Sulzbürg und seiner Gattin Adelheid von Hohenfels. Die Nonnen gaben ihrem klösterlichen Ort den Namen „Felix Porta“.

1242

Erste urkundliche Erwähnung von Pyrbaum.

1247

Das Kloster „Felix Porta“ wird dem Zisterzienser-Orden inkorporiert.

1248

Bestätigung der Klostergründung durch Bischof Heinrich von Eichstätt.

1346

Das Reichsgut Pyrbaum gelangt von den verschwägerten Reichsministerialen Rindsmaul an die Herren von Wolfstein.

1353

Die Reichsunmittelbarkeit des um Sulzbürg und Pyrbaum liegenden Gebietes wird ausdrücklich anerkannt.

1354

Die Herren von Wolfstein werden vom kaiserlichen Landgericht befreit. Von jetzt an herrscht eigene Gerichtsbarkeit.

1480

Die Herren von Wolfstein regierten bis zu diesem Zeitpunkt über Sulzbürg und Pyrbaum – ab jetzt wird Pyrbaum in den kaiserlichen Lehnsbriefen als einzelne Herrschaft geführt. Oberhembach und Pruppach sind Teile dieses Wolfstein´schen Besitztums.

1493

Errichtung eines Schlosses zu Pyrbaum durch Wilhelm II. von Wolfstein.

1500

Das Kloster Seligenporten zählt jetzt 350 Anwesen mit 650 Untertanen in über 20 Orten als Abgabenpflichtige und übt das Besetzungsrecht für 7 Pfarreien und 2 Kaplaneien aus.

1522

Die Wolfsteiner werden in den Reichsfreiherrenstand erhoben.

1527

Kaiser Karl V. verleiht Pyrbaum ein Wappen.

1540

Pyrbaum wird das Marktrecht verliehen auf dem Reichstag zu Speyer.

1550

Die letzte Äbtissin des Zisterzienserinnen-Klosters Seligenporten, Anna von Kuedorf, muss die kurpfälzische Kirchenordnung annehmen.

1561

In Pyrbaum wird die Einführung der Reformation abgeschlossen, nachdem sich die Herren von Wolfstein bereits auf dem Reichstag zu Speyer für die Lehre Luthers entschieden haben. Die letzten Katholiken verlassen Pyrbaum.

1568

Errichtung des Rats- und Gerichtsgebäudes in Pyrbaum.

1576

Seligenporten wird evangelisch. Anna von Kuedorf stirbt und Seligenporten geht als letztes Stift der Oberpfalz endgültig in den Besitz des Landesherrn über.

1582

Nachdem Seligenporten 32 Jahre lang lutherisch war, wird jetzt das kalvinische Bekenntnis eingeführt.

1602

Teilung der Wolfsteiner Herrschaft: Johann Albrecht erhält das Reichslehen Pyrbaum, Hans Adam Sulzbürg.

1625

In Seligenporten wird der Katholizismus eingeführt.

1632

Das heutige Gemeindegebiet wird durch die Wirren des Dreißigjährigen Krieges stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Bevölkerung erlebt Schreckliches.

1668

Die Wolfsteiner werden Mitglieder des fränkischen Reichsgrafenkollegiums.

1671

Das Kloster Seligenporten wird dem Konvent des Salesianerinnen Klosters zu Amberg übergeben. Ein Richter und Kastner verwalten im Namen der Amberger Superiorin das Klosteramt.

1673

Erhebung der Wolfsteiner in den Reichsgrafenstand durch Kaiser Leopold I.

1732

Aus dem Salzburger Bistum vertriebene Protestanten (Exulanten) lassen sich in der Wolfsteiner Grafschaft nieder.

1740

Das Geschlecht der Wolfsteiner stirbt aus. Reichsgraf Christian Albrecht stirbt, ohne dass ein männlicher Nachkomme nachfolgen kann. Aufgrund einer Lehensanwartschaft von 1562 kommt Pyrbaum zum Kurfürstentum Bayern.

1769

Nach dem Tod des bayerischen Kurfürsten Maximilian III Josef, der 1769 auch die Allode (unabhängiges Reichslehen) derer von Wolfstein erlangt hatte, fielen Sulzbürg und Pyrbaum mit zwei Quadratmeilen an das Reich, das sie 1779 der Regierung Bayerns unterstellte.

1802

Die Säkularisation bringt die Hofmark Seligenporten an den bayerischen Staat. Die Klostergebäude werden an Privat verkauft. Die Kirche bleibt Pfarrkirche.

1802–1808

Entstehung der politischen Gemeinden in Bayern:

Aus 40.000 dörflichen Einheiten entstehen in Bayern 7.900 Gemeinden, die bis zur Gemeindegebietsreform in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts bestehen bleiben.

Auf dem heutigen Gemeindegebiet sind dies:

  • die Marktgemeinde Pyrbaum
  • die Gemeinde Seligenporten mit Schwarzach
  • die Gemeinde Rengersricht mit Dennenlohe und Dürnhof
  • die Gemeinde Oberhembach mit Pruppach, Asbach, Birkenlach, Neuhof und Neumühle
1806

Die Allode Pyrbaum wird dem Landgericht Neumarkt zugeordnet, das 1802 gegründet wurde.

1853

Das ehemalige Wolfsteinschloss in Pyrbaum geht in Flammen auf.

1882

Neubau der katholischen Kirche „Mater Dolorosa“ im neugotischen Stil. 18 Jahre später wird die gesamte Inneneinrichtung durch einen Brand vernichtet.

1902

Nach nur 20-monatiger Bauzeit wurde die Lokalbahn Burgthann – Allersberg in Betrieb genommen. Sie erschließt die Gemeinden Pyrbaum, Seligenporten und Rengersricht. 1973 wird der Betrieb eingestellt.

1923

Das elektrische Licht hält Einzug in den Häusern unserer Gemeinde.

1926

In der Türmerwohnung der evang. St. Georgs-Kirche bricht ein Feuer aus. Nur mit Mühe kann eine Brandkatastrophe im Innenort vermieden werden. Die Kirche erleidet erheblichen Schaden.

1930

Papst Pius XI. errichtet die Zisterzienser-Abtei Seligenporten. Abt Bernhard Widmann nimmt mit seinem Konvent Besitz vom Kloster.

1945

Der zweite Weltkrieg geht zu Ende. Viele Flüchtlinge und Vertriebene finden eine neue Heimat in unserer Gemeinde und haben entscheidenden Anteil am Wiederaufbau und am so genannten „Wirtschaftswunder“.

1954

In Pyrbaum wird die zentrale Wasserversorgung errichtet. Die Hausbrunnen haben ausgedient. In den 60er Jahren werden die übrigen Ortsteile erschlossen.

1967

Die Gemeinden Pyrbaum, Seligenporten, Rengersricht und Oberhembach gründen einen Schulverband.

1970

Die selbstständigen Gemeinden Pyrbaum, Seligenporten, Rengersricht und Oberhembach stellen Antrag auf Eingemeindung in den Markt Pyrbaum und bilden seitdem eine Gemeinde. Dies ist in Bayern die erste neue Gemeindebildung, die sich auch nach Abschluss der Gemeindegebietsreform 1978 nicht mehr verändert hat.
Downloadlink Landkreis-Film zur Gebietsreform Lkr. NM/PAR: https://kommsafe.landkreis-neumarkt.de/#/public/shares-downloads/CA9rllgZFsQlF4m3vCkAJ7ceol9Dbyh4

 

1980

Der Markt Pyrbaum wird in den bayerischen Landesentwicklungsplan als Kleinzentrum aufgenommen.

1981

Abschluss der Renovierungs- und Neugestaltungsmaßnahmen am historischen Rathausgebäude.

1987

Abschluss eines Partnerschaftsvertrages mit der ungarischen Gemeinde Csákvár.

1991

1991 wird ein weiterer Vertrag mit der ungarischen Gemeinde Vértesboglár errichtet.

1995

Nach Errichtung der Kläranlage Oberhembach entsorgt der Markt Pyrbaum sein gesamtes Gemeindegebiet zu 99 % über ein biologisches Abwasserklärsystem.

1997

Pyrbaum erhält im Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden – unser Dorf hat Zukunft“ eine Goldmedaille auf Bezirksebene.

2003

Oberhembach erhält im Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden – unser Dorf hat Zukunft“ eine Silbermedaille auf Bezirksebene.

2005

Pyrbaum feiert seine erste urkundliche Erwähnung vor 875 Jahren.

 

Diese Chronik wurde erstellt von Bürgermeister a. D. Hermann Holzammer unter Mithilfe von Heimatpfleger Hans Knollmeyer und Archivar Horst Schrödel.

Chronik der Ortsteile

Gedenktafel im SchlosshofPyrbaum wurde erstmals 1130 urkundlich erwähnt als Besitz des Türinhart von Pirbown.

 

Bereits 1278 gab es eine Kapelle des Adelsgeschlechts der „Rindsmaul“. Im Jahre 1346 übernahme Albrecht I. von Wolfstein die Herrschaft mit Fest Pyrbaum. Kaiser Karl IV. hat 1353 den Wolfsteinern Pyrbaum und Sulzbürg als Reichslehen vermacht.

 

Im Jahre 1493 erfolgte die Grundsteinlegung des Schlosses durch den kaiserlichen Hofrat „Freiherr Wilhelm II“, das 1854 einer Brandstiftung zum Opfer fiel.

 

Kaiser Karl V. erhob 1522 die Wolfsteiner in den Reichsherrnstand und verlieh 1527 dem Dorf und Gericht zu Pyrbaum Siegel und Wappen, sowie 1540 das Marktrecht.

Evangelische Kirche PyrbaumAm 6.9.1673 hat Kaiser Leopold die Wolfsteiner in den Reichsgrafenstand erhoben.

 

1740 erlosch mit Christian Albrecht von Wolfstein das Adelsgeschlecht der männlichen Linie. Pyrbaum fiel somit an Bayern.

 

Sehenswert ist das 1568 erbaut Rat- und Gerichtshaus mit seinem Fachwerk, die evangelische Kirche St. Georg mit Steindenkmälern und Wappenschildern der Wolfsteiner (nach der Reformation Grablage), im Schlosshof die katholische Pfarrkirche, das renovierte „Speckhochschlößchen“, benannt nach dem Jagdschullehrer und Leiter der Wolfsteinschen Jagdschule, sowie die drei noch erhaltenen Markttore.

Klosterkirche SeligenportenGottfried d. Ä. von Sulzbürg und seine Gemahling Adelheid von Hohenfels gründeten im Jahre 1242 das Nonnenkloster Seligenporten.

 

Die 45 Ordensfrauen (Zisterzienserinnen) nannten es „Seligen Pforten“.

 

Die Klostergründung wurde 1249 durch den Bischof Heinrich von Eichstätt bestätigt.

 

In der Klosterkirche befindet sich im Nonnenchor das älteste Chorgestühl Deutschlands aus dem 13. Jahrhundert. Desweiteren findet man hier Totenschilder und Grabdenkmäler zum Teil aus Wolfsteiner Zeit.

 

Bereits 1299 erhielt Seligenporten von König Albrecht die niedere Gerichtsbarkeit zugeteilt.

 

Das Zisterzienserinnen-Kloster Seligenporten bestand von 1242 bis 1665.

Klosterkirche Seligenporten

 

Auch in neuerer Zeit (von 1931 bis 1967) war Seligenporten Sitz einer Zisterzienserabtei. Nach Abzug der Mönche ist Seligenporten eine Pfarrei.

 

Das stattliche Münster und die guterhaltenen Klosteranlagen mit dem historischen Torturm zeugen noch heute von der Größe der damaligen Klosterniederlassung.

 

Die Geschichte & Historie zu 775 Jahre Seligenporten (1242-2017) finden Sie hier zum Download.

 

Kapelle Rengersricht(„Richt“ bedeutet „Rodung“)

 

Die Geschichte des Ortes Rengersricht nimmt nicht erst mit der urkundlichen Erwähnung vor 750 Jahren ihren Anfang. Schon wesentlich früher müssen in dieser Gegend Menschen als Waldarbeiter, Köhler, Jäger und Ackerbauern gelebt haben.

 

Das Land um Rengersricht muss schon vor dem Jahre 1000 ein Rodungsort ge-wesen sein, nachdem dort Rodungsarbeiten vorgenommen wurden. Schon um 1140 wird aus dem Rodungsgebiet um das frühere Land Rengersricht der Ritter „Ottmar de Rengersrith“ als Besitzer des Rodungsraumes genannt. Er besorgte den Holzeinschlag und das Verbrennen, um Land zu gewinnen. Damit konnte die künftige, spätere Ansiedlung erfolgen.

 

Die Nachkommen von „Ottmar de Rengersrith“ hatten die erste Ansiedelungsmöglichkeit geplant und errichtet. Es war die Nennung der Ansiedlung mit den Namen Rengoldsreuth bzw. Regenoltsruit.

 

Der Hof zu Rengersricht (1273 Rengoldsrith) wird 1283 durch Ulrich von Sulzbürg an den Deutschherrnorden in Nürnberg verkauft. Ab 1748 war Rengersricht dem Schultheissamt Neumarkt zugeteilt.

 

Urkundlich kann man die Gründung des Ortes Rengersricht erst auf das Jahr 1273 festlegen.

 

ChronikDer Ort Rengersricht

1273 Urkundlicher Anfang des Ortes Rengersricht.

 

1283 Ulrich von Sulzbürg übergibt einen von seinem Vater erhaltenen Hof bei „Rengolders-
reuth“ an den Deutschorden in Nürnberg. In der Urkunde wird „10 Jahre nach Ortsgründung“ angeführt. In den Folgejahren ändert sich der Ortsname mehrfach.

 

1630 gehört Rengersricht zur Pfarrei Möning

 

1646 Nach dem 30-jährigen Krieg waren in Rengersricht von 30 Höfen noch 5 übrig.

 

1656 Laut dem seligportischen Kastenamt in Neumarkt stand zu dieser Zeit Rengersricht unter der Hoheit des Klosters Seligenporten. (Fundstelle: StAm Stand-buch Nr. 819)

alte Kapelle

 

1826 wird Rengersricht zur Pfarrei Seligenporten umgepfarrt. Von 1630 bis 1826 gehörte Rengersricht zur Pfarrei Möning.

 

1849 Errichtung einer Kapelle in der Ortsmitte. Die Kapelle wurde dem hl. Wendelin geweiht.

 

1888 Anschaffung einer Löschmaschine für die FW Rengersricht

Feuerwehrgründungsmitglieder

 

1901 Beginn der Errichtung der Bahnstrecke Ochenbruck – Allersberg. Die erste Fahrt des im
Volksmund genannten „Bockl“ erfolgte am 12. Dezember 1902.

Bahnhof Rengersricht

 

1904 wird Rengersricht Landgemeinde mit den drei Orten:

  • Rengersricht, 46 Wohngebäude, 214 Einwohner
  • Dennenlohe, 1 Wohngebäude, 12 Einwohner
  • Dürnhof, 3 Wohngebäude, 16 Einwohner
  • Gemeindebereich: 467 ha,
  • 5 Pferde, 267 Rinder, 181 Schweine

1935 Der Strom kommt. Elektrizitätsversorgung durch die Oberpfalzwerke Regensburg.

  

1935 Hebung und Aufstellung von zwei Kreuzsteinen bei der Kapelle. Diese wurden nach der
Auflösung der Klosterrichterämter im Jahr 1902 überflüssig und deshalb beseitigt.
Hebung Steinkreuze

 

1949 Schließung des Munitionslagers und Munitionszerlegebetriebes Weninger im Waldgebiet „Kessel“ zwischen Rengersricht und Pyrbaum.

 

1958 Beschlussfassung zum Beitritt zum Zweckverband Wasserversorgung  „Möninger Gruppe“.

 

1960 Ausbau der Ortsverbindungsstraße von Pyrbaum nach Seligenporten und damit Befestigung der Ortsstraße.

 

1966 Abriss der alten baufälligen Kapelle.alte Kapelle

 

1967 Grundsteinlegung für die neue Kapelle am 08.04.1967. Die neue Dreifaltigkeitskapelle wurde am 01. Juni 1969 durch Generalvikar Josef Pfeiffer eingeweiht.Grundsteinlegung Kapelle
Die Kirche lenkten zu dieser Zeit:

  •     als Papst: Seine Heiligkeit Papst Paul VI
  •     als Bischof: Dr. Dr. Joseph Schröffer, Bischof 
        von Eichstätt 
  •     als Abt der Abtei Seligenporten: H.H. Pater
        Alberich Gerards, S.O.Cist.
  •     als Seelsorger: H.H. Pater Vinzens Kowollick, S.O.Cist., Pfarrei Seligenporten

       

1970 Aufgrund der Volksabstimmung vom 02. August 1970 erfolgt die Eingliederung in die Großgemeinde Pyrbaum

Abstimmungsergebnis:

246 Wahlberechtigte –  184 abgegebene Stimmen

  • 158 Ja-Stimmen
  • 26 Nein-Stimmen

 

1973 Nach 70 Jahren ging die Eisenbahnromantik zu Ende. Am 02. Juni war die letzte Fahrt des „Bockl“.

 

1973 Ausbau der Kanalstränge von Seligenporten nach Rengersricht zur Abwasserbeseitigung und Anschluss an die Kanalisation.

 

1975 Erschließung des Baugebietes „Am Kirchenweg“ – BA I Bereich Asternweg

 

1975 Fund eines Steinbeils aus der Bronzezeit.  Dieses dürfte nach einem FundberichtSteinbeil des Denkmalamtes Regensburg aus  der Zeit um 1800 vor Christi stammen.

 

1978 Erschließung des Baugebietes „Am Kirchenweg“ – BA II Bereich Rosenweg

 

1978 Errichtung eines Kinderspielplatzes

 

2003 Erstellung und Inbetriebnahme des neuen Feuerwehrhauses


2019 Ausweisung des Baugebietes „Kleewiese“

 

2023 Festlichkeiten zur 750-Jahr-Feier (Festzeitschrift zum Download)

Dorfplatz SchwarzachDen Ortsnamen Schwarzach gibt es in Bayern 9mal.

 

Dieser Ortsname stammt von dem gleichnamigen Bach, der am Ort fließt. Die „Hintere Schwarzach“, die vom Dillberg bis zu den Dennenloher Weihern als Siegenbach fließt, wird dort zur Schwarzach. Der weitere Weg geht dann über Seligenporten und dem Ort Schwarzach dann weiter Richtung Süden bis Kinding. Dort mündet sie in die Altmühl und das Wasser geht ins Schwarze Meer.

 

Der Name Schwarzach – erste Schreibweise: „Suarzaha“, abgeleitet von der Farbe Schwarz. Das schwarze Wasser kann man heute noch bei Dennenlohe sehen, das aus dem Moorgebiet nördlich von Dennenlohe fließt, eben Moorwasser. Zu dem Schwarz kommt noch eine Ableitung von dem  keltische Wort für Bach, nämlich „Ache“.

 

Die ersten Herren über den Ort Schwarzach waren die Bischöfe von Eichstätt. Schwarzach gehörte mit Sicherheit schon zum Zeitpunkt der Weihe der Kirche in Möning im Jahre 1061 kirchlich zu Möning. Dies ist bis heut so geblieben.

 

Die erste Nennung des Ortes stammt aus dem Jahre 1270. Der Bayernherzog forderte von Schwarzach eine Gült (Steuer). Er wollte damit wohl seine Oberhoheit über die damaligen Lehensinhabern, den Wolfsteinern dokumentieren.

 

Im Jahr 1317 schenkte Kaiser Ludwig der Bayer das Dorf dem Deutschen Orden. Der Ort gehörte zu dieser Zeit den Herren von Stein (Hilpoltstein). Zu dieser Schenkung gab es nachfolgend viel Streit.

 

1515 schlug Luther seine 95 Thesen an die Kirche zu Wittenberg. In der Nachfolgenden Zeit schlossen sich immer mehr Bürger und Fürsten der neuen Lehre an. Im Jahre 1555 einigten sich die streitenden Parteien, dass die Landesherren bestimmen können, welcher Religion sie und ihre Untertanen angehören. Im Jahre 1542 war bereits Herzog Ottheinrich von Pfalz-Neuburg zur neuen Lehre übergetreten und somit auch das Amt Allersberg. 1556 erbte Ottheinrich (Wittelsbacher) auch die Kurpfalz. Dazu gehörte auch Schwarzach und der Ort war somit lutherisch.

 

1582 erbte Johann Kasimir die Pfalz (auch die OPf.) Er war Anhänger der enthaltsamen Glaubenslehre von Calvin. Schwarzach wurde calvinistisch.

 

1618-48 kam es zum 30jährigen Krieg. Formell ging es dabei um Religion, eigentlich aber um Macht. Durch viele Truppendurchzüge und durch die Pest kam ein großer Teil der Bewohner um.  Da die Truppen aus ganz Europa kamen und sich selbst versorgen mussten, wurde alles ausgeraubt und niedergebrannt. Religion spielte dabei keine Rolle. In Schwarzach blieben von 40 Höfen nur 6 übrig. Nur die Namen Bayer, Dotzer, Lang,  Mayer, Setzer und Sichert blieben. 1626 wurde Schwarzach wieder katholisch.

 

1805 wurde der Deutschorden mit dem Pflegamt Postbauer aufgelöst und in das Land Bayern eingegliedert. Zu dieser Zeit gab es in Schwarzach 46 Höfe. Der Ort Schwarzach wurde mit Seligenporten eine Gemeinde. Freiheitsrechte hielten Einzug, z.B. formelle Abschaffung der Leibeigenschaft.

 

Bis zum Jahre 1848 nahm die Obrigkeit einige dieser Bürgerechte wieder zurück. In ganz Mitteleuropa kam es zu Aufständen. Der staatliche Förster in Seligenporten verwehrte den Schwarzachern Waldnutzungsrechte. Die Schwarzacher rebellierten und hängten den Förster auf. 4 Schwarzacher erhielten Freiheitsstrafen. Aus diesem Grunde haben die Schwarzacher den Spottnamen: Die 48er.

 

1902 kam der Eisenbahnschluss, 1925 der Strom, 1960 wurde die Dorfbeleuchtung erstellt. 1962 erhielt Schwarzach die zentrale Wasserversorgung,  1965 wird die Straße nach Seligenporten asphaltiert. Im Jahre 1969 wurde der Schulverband Möning-Seligenporten aufgelöst und Schwarzach wurde in die Schule Pyrbaum eingegliedert.

 

Im Jahre 1970 wurde Schwarzach im Rahmen der bayerischen Gemeinde-Gebietsreform in die Großgemeinde Pyrbaum freiwillig eingegliedert. Der Staat hat diese mit erheblichen finanziellen Mitteln stark gefördert.

 

1994 wird in Schwarzach die zentrale Abwasseranlage gebaut.

 

Schwarzach ist jetzt ein Ort mit 47 Wohngebäuden und 311 Einwohnern (2015). Eine modern gestaltete Ortsmitte und einem ansehnliches Dorfgasthaus bilden das Zentrum. Außerdem besteht ein großzügiges modernes Feuerwehrhaus.

Fachwerkhaus OberhembachOberhembach ist mit seinen ca. 270 Einwohnern der Ortsteil der Marktgemeinde Pyrbaum, welcher der Großstadt Nürnberg am nächsten liegt.

 

Der Ort liegt am Hembach, der bei Rednitzhembach in die Rednitz mündet. Dazwischen liegen auch noch die Orte Dürrenhembach und Mittelhembach. Dadurch ist auch die Herkunft des Ortsnamens Oberhembach erklärt.

 

Die erste Nennung stammt von 1350. Damals hat das Geschlecht von Rindsmaul, ein Nürnberger Bürgergeschlecht, das Dorf Hennenbach an die Verwandten Wolfsteiner verkauft, wie zuvor 1278 auch Pyrbaum.

 

Danach wurde der Ort Windischen-Hembach genannt. Als die Windischen oder Wenden wurden damals die Slawen bezeichnet. Die Franken haben ab 800 das hiesige Land und auch die Slawen/Sorben, die Sachsen und auch die bayerischen Agilolfinger (Sitz in Regensburg) beherrscht. Dabei mussten die Besiegten natürlich auch Frondienste leisten. Unter anderem wurde aus den Steinbrüchen bei Wendelstein die Nürnberger Befestigungen gebaut und Wendelstein war eben der Stein (Steinbruch) der Wenden. Oberhembach dürfte demnach auch Ort der Slawen gewesen sein, wahrscheinlich um die Befestigung Nürnberg mit Holz zu versorgen.

 

Dorfwirtschaft Oberhembach

Im Gegensatz zu Pruppach blieb Oberhembach nicht insgesamt im Eigentum der Wolfsteiner. Im Jahre 1467 kam z. B. ein Bauernhof in den Besitz der Kirche in Pyrbaum. Es handelt sich dabei um das Anwesen mit der alten Hs.Nr. 20. Genannt wurde dieser Hof dann der „Heiligenbauer“. Ein weiterer Bauernhof gehörte zum Kloster in Seligenporten, genannt wurde dieser dann der „Klosterbauer“, alte Hs.Nr. 25. Weitere Hausnamen waren „Beim Schwarz“ und „Beim Türken“. Kirchlich gehörte Oberhembach bis 1544 nach Oberferrieden.

 

Zu erwähnen wäre, dass der Name Nerreter von Beginn der Aufzeichnungen (1610) bis heute vorhanden ist. Außerdem gab es nachweislich ab 1701 eine Schmiede und seit 1638 ein Gasthaus.

 

Aufgrund des nicht sehr ertragreichen Sandbodens mussten sich früher die Einwohner von Oberhembach zwangsläufig mit dem Wald ernähren. Dies war mit Sicherheit ein beherrschender Wirtschaftszwang. In den Jahren ab 1845 bis 1880 wurde ein großer Teil der Wälder an die Familie Faber verkauft. Der Wald spielte in Oberhembach keine so große Rolle mehr. An die Familie Faber gingen zu dieser Zeit auch die gesamten Orte Asbach, Birkenlach (zusammen damals 25 Häuser) und auch Dürrenhembach (schon damals in Mittelfranken).

 

Zur Gemarkung Oberhembach (amtl. Vermessungsbezirk) zählen heute noch die alten Ortsgemeinden Pruppach, Asbach, Birkenlach und Neuhof. Diese Vermessungen wurden ab 1815 in Bayern begonnen. Die Rechte der Ortsgemeinden gingen 1872 in die Gemeinde Oberhembach auf und zwar bis zum Anschluss an Pyrbaum im Jahre 1970.

 

Oberhembach hat heute, trotz der Nähe Pyrbaum, eine intakte Dorfgemeinschaft. Dies hat u.a. der rührige Gartenbauverein unter Beweis gestellt. Man errang 2001 die Goldmedaille im Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden, unser Dorf hat Zukunft“.

 

Horst Schrödel, 28.10.2002

Pruppach ist mit seinen ca. 210 Einwohnern der westlichste Ort der Marktgemeinde Pyrbaum und somit auch der Oberpfalz.

 

Das erste Mal genannt wurde der Ort im Jahre 1265. In der betreffenden Urkunde des Klosters Heilbronn verkaufte ein Conradus von Sulzbürg (früherer Name der Wolfsteiner) und Conradus von Nürnberg das Gütlein „neuwehovelin“ (Neuhof) an das Kloster. Als Zeuge des Vertrages ist vermerkt Conradus von Brukkebach (Pruppach).

 

Drei Jahre später – 1268 – gestattete der Bischof von Eichstätt den Ministerialen Ritter Wernher, genannt Grusel, die Tochter des Wirtes von Prugebach, einem Dienstmann des Ulrich von Sulzbürg zu heiraten, wobei festgehalten wurde, dass das erste Kind der Eichstätter Kirche gehören soll und das nächste dem Sulzbürger. Damit ist auch die älteste Gaststätte der Gemeinde bezeugt. Diese ist heute noch in Betrieb.

 

Pruppach blieb immer Wolfsteiner Gebiet bis zur Übergabe der Herrschaft an die Wittelsbacher im Jahre 1760.

 

Der Ort Pruppach schließt sich am Nordhang des Burgstall an. Auf diesem Hügel ist heute noch eine rechtwinkelige Wallanlage zu erkennen. Diese dürfte keltischen Ursprungs sein.

 

Mit der Neueinteilung der Gemeinden in Bayern ab 1815 wurde Pruppach und Oberhembach eine Gemeinde, die Gemeinde Oberhembach. Dies war eine widerspenstige Ehe. Regelmäßig befasste man sich wie man sich trennen könne. Der erste Gemeinderatsbeschluss 1946 nach dem 2. Weltkrieg befasste sich wieder mit der Auflösung der Gemeinde. Den Wünschen wurde erst im Jahre 1970 stattgegeben, als sich die Gemeinde Oberhembach mit Pyrbaum u.a. zur ersten Großgemeinde in Bayern freiwillig zusammenschloss.

 

Der Ort ist vollständig vom Lorenzer Reichswald der ehemaligen Reichsstadt Nürnberg umschlossen. Bis vor 20 Jahren rauchten hier die Holzkohlen-Meiler für die Nürnberger Stahlindustrie. Der Ort Pruppach mit den faberischen Weilern Asbach, Birkenlach und Straßmühle zählt heute zu dem idyllischen Wandergebiet um den Faberhof.

 

Heute ist in Pruppach der Wandel vom reinen Bauerndorf zum „Wohndorf“ schon weit fortgeschritten. Von ursprünglich 16 landwirtschaftlichen Anwesen sind heute noch drei in Betrieb.

 

Daneben sind die Pruppacher auch für ihren Zusammenhalt bekannt. Im Ort gibt es drei Vereine: die Feuerwehr, den Fußballverein und den Gartenbauverein. Ohne Hilfe anderer wurde auch ein Jugendraum geschaffen. Ziel bleibt es, einen neuen Gemeinschaftsraum für Alle zu schaffen. Damit die Gemeinsamkeit auch weiterhin Realität bleiben kann.

 

Horst Schrödel, 15.10.2002

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